Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen gehören zur Familie der Hautflügler. Diese Insekten tragen alle zur Artenvielfalt und zum Gleichgewicht der Natur bei. Doch wenn sich eine invasive Art einschleicht, droht ein Ungleichgewicht. Der Mensch trägt durch seine Lebensweise zu diesem Ungleichgewicht bei, hat aber auch die Möglichkeit, Maßnahmen zu ergreifen, um es aufrechtzuerhalten.
Deshalb ist es wichtig, Wissen über Lebewesen zu verbreiten. Wenn wir wissen, wie wir eine Biene, eine Wespe, eine Hornisse oder eine Hummel erkennen, ihr Verhalten verstehen und sich der tatsächlichen Gefahr bewusst sind, die diese Insekten darstellen, werden wir besser und angemessener reagieren, falls eines dieser Tiere in unsere Nähe fliegt.
Von den vielen Bienenarten die bei uns vorkommen, ist die bekannteste die Apis mellifera. Sie ist diejenige, die Honig herstellt, während die Mehrheit der Bienen keinen Honig produziert. Bienen ernähren sich vom Nektar der Blumen. Unser Essen auf der Terrasse bietet ihnen den Honigbienen keinerlei Anreiz, sie werden auch nicht in die Nähe der Teller fliegen, sondern nur zu den Blumen, falls sich welche in unserer Nähe befinden.
Die Biene ist nur aggressiv, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt. Wenn Imker an den Bienenstöcken arbeiten müssen, blasen sie in der Regel Rauch aus, um den Bienen vorzugaukeln, dass es brennt. Das soll sie dazu bringen, sich auf den Honig und die Königin zu konzentrieren, damit der Imker in Ruhe seine Arbeit verrichten kann.
Eine Königin kann einen überfüllten Bienenstock verlassen. Sie nimmt dann Arbeiterinnen und einige Drohnen mit, um einen neuen Bienenstock zu gründen. Diese Gruppe bildet einen Schwarm, der zwar beeindruckend, aber ungefährlich ist.
Hummeln sind eine besondere Gruppe von Bienen. Ihr Körper ist ganz behaart und gedrungen, und ihr Flug ist laut.
Nur die Königin überlebt den Winter.
Wenn wir im Frühling die ersten Exemplare fliegen sehen, ist es in der Regel eine Königin, die nach einem Ort sucht, um dort ihr neues Nest zu bauen.
Hummelnkolonien bestehen nur aus wenigen Dutzend Individuen. wir beobachten es immer wieder, wie sie ununterbrochen von Blüte zu Blüte fliegen.
Sie ignorieren uns völlig. Sie sind absolut nicht aggressiv und stechen nur, wenn sie Gefahr laufen, zerquetscht zu werden, oder wenn man das Nest stört.
Auch wenn einige von uns Insekten nicht besonders mögen, sollten wir versuchen, sie zu tolerieren. Sie sind wichtige Bestäuber, die zahlreiche Pflanzenarten befruchten.
Leider werden sie immer weniger und in manchen Regionen sind Hummeln sogar schon verschwunden. Es gilt, alles zu tun, um Hummeln zu schützen.
Die Wespen zeichnen sich durch eine leuchtend gelbe Farbe, sehr markante schwarze Streifen und vor allem durch einen vom Brustkorb deutlich abgegrenzten Hinterleib aus. In unserer Umgebung sind es vor allem die Vespa vulgaris und die Vespula germanica, denen man am häufigsten begegnet. Da sie ihre Nester im Boden anlegen, während andere Arten sich unter Dächern niederlassen, können sie uns stechen, wenn wir im Sommer barfuß durch das Gras laufen.
Die europäische Hornisse, Vespa crabro, ist die größte der auf dem europäischen Kontinent vorkommende Wespenart und bis zu dreimal so groß wie eine Wespe. Ihre Größe und ihr lauter Flug erschrecken die meisten Menschen. Ihr Stich ist letztlich nicht gefährlicher als der einer Biene, und außer bei Allergikern wären etwa hundert Stiche nötig, um das Leben eines Menschen zu gefährden. In Obstgärten richten sie aufgrund ihrer Vorliebe für süße Früchte großen Schaden an.
Insekten bilden ihre Hauptnahrung wie Fliegen, Raupen und Wespen. Ihr Nest wird von einem Jahr zum nächsten nicht wiederverwendet.
Nur die invasive Art der asiatischen Hornisse, Vespa velutina, muss um jeden Preis bekämpft werden. Sie greift Bienenstöcke an, um die Bienen zu fressen. Man erkennt sie an ihrem überwiegend schwarzen Körper. Genau wie bei der europäischen Hornisse ist ihr Gift bei gleicher Menge nicht gefährlicher als das der anderen hier genannten Insekten. Dagegen ist sie viel aggressiver als alle anderen.
Isoliert kann man sie beim Nektarsammeln beobachten. Doch schon das bloße Vorbeigehen an einem Nest kann dazu führen, dass man von mehreren asiatischen Hornissen verfolgt und schwer gestochen wird. Das macht sie für den Menschen so gefährlich, zumal die Zahl ihrer Nester Jahr für Jahr stetig zunimmt. Da der Stachel bis zu 6 mm lang sein kann, ist bei einem Einsatz spezielle Schutzkleidung unerlässlich; die klassische Imkerkleidung reicht hierfür nicht aus.
Der Körper von Bienen und Hummeln ist weitgehend flaumig. Auch europäische Hornissen haben Flaum, jedoch nur in geringer Menge. Wespen hingegen haben gerade, glatte Haare, die keinen Flaum bilden.
Ausgewachsene Wespen ernähren sich vor allem von zuckerhaltigen Stoffen wie Pflanzensaft, Blatthonig und von Blattläusen. Sie sammeln Nektar von Blüten, genau wie Bienen. Die Larven sind jedoch Fleischfresser. Die Arbeiterinnen fangen daher Insekten, um sie ihnen zu bringen. So töten sie viele Insekten, manchmal auch unerwünschte, wobei eine große Kolonie jeden Sommer mehrere Tausend Insekten verzehrt.
Diese Nahrungsvorlieben bereiten uns Probleme, wenn wir an schönen Tagen im Freien essen. Wespen können daher von zuckerhaltigen Getränken, Melonenstücken, aber auch von Wurstwaren angezogen werden.
Eine Wespe kann durchaus ein Stück aus einer Schinkenscheibe herausschneiden, um es einer Larve zu bringen.
Der Stachel der Wespen dient dazu, die Beute zu betäuben, die sie den Larven bringen. Während die Biene ihren Stachel nur zur Verteidigung einsetzt, nutzt die Wespe ihn den ganzen Tag über.
Im Gegensatz zu Bienen ist der Stachel der Wespen glatt und kann in das Opfer eindringen und wieder herauskommen. Der Stachel der Bienen hingegen besitzt Widerhaken, die wie ein Angelhaken verhindern, dass der Stachel wieder herauskommt.
Wenn uns eine Biene sticht, schließt sich unsere weiche Haut um den Stachel. So verliert sie Stachel und Giftdrüse zugleich und stirbt.
Ganz anders verhält es sich, wenn sie ein anderes Insekt sticht. Da dessen Panzer hart ist, kommt der Stachel unbeschadet wieder heraus.