Nach den ölverschmierten Vögeln Mitte Januar 2026 werden seit Anfang Februar Hunderte Papageientaucher an den Stränden der Bretagne angespült.
Sie sind vermutlich Opfer des außergewöhnlich schlechten Wetters der letzten Wochen. Seit etwa einer Woche entdecken Spaziergänger Dutzende von Papageientauchern an den Stränden von Plouharnel/Morbihan bis zur Bucht von Audierne/Finistére. Meistens sind sie tot, oder extrem geschwächt und abgemagert.
Nach den mit Öl verschmutzten Trottellummen und Tordalken leidet auch dieser Seevogel, das Wahrzeichen der Bretagne. Aber nicht unter dem gleichen Übel. Es gibt keine oder nur sehr wenige Spuren von Kohlenwasserstoffen auf den Papageientauchern. Das bestätigt ein Tierpfleger im Wildtierpflegezentrum Sea Shepherd in Kernascléden/Morbihan. Sie kommen erschöpft - ohne Öl am Gefieder - an.
Die aufeinanderfolgenden Stürme sind die wahrscheinlichste Hypothese. Seit einem Monat regnet und stürmt es, während sie den Atlantik hinaufschwimmen, um zu ihrer Kolonie auf den Sept-Îles zurückzukehren. Der Energieaufwand, um diesen Bedingungen zu trotzen, ist sehr hoch, während es aufgrund der Wellen schwieriger ist, Nahrung zu finden. Sie haben keine Kraft mehr zu kämpfen, lassen sich von der Strömung treiben, und der Wind treibt sie an die Küsten.
Seit dem 25. Januar pflegen Mitarbeiter und Freiwilligen des Sea Shepherd-Zentrums sechzehn Papageientaucher. Ein Papageientaucher wiegt zwischen 320 und 350 g; die gerettet wurden, wiegen zwischen 200 und 250 g. Dabei sind sie stark unterkühlt: Sie kommen mit einer Temperatur von 34/35 °C an, sie müssen zwischen 39 und 40 °C haben. Um die Temperatur wieder anzuheben, ist ein langer Prozess über mehrere Tage unter einer Wärmelampe erforderlich.
Dieses Pflegezentrum ist eines von drei Zentren in der Bretagne, die sich um überlebende Vögel kümmern, neben Piafs in Languidic und dem Zentrum auf der Île Grande/Côtes-d'Armor, das von der Ligue de protection des oiseaux (LPO) betrieben wird, deren Symbol der Papageientaucher ist.
Laut dem von der LPO koordinierten Netzwerk „Réseau échouage oiseaux marins Atlantique“ (Reoma) wurden seit Mitte Januar mehr als 300 Strandungen gezählt, die sich hauptsächlich auf die Departements Finistère und Charente-Maritime konzentrieren. Die am stärksten betroffenen Arten sind Alkenvögel, darunter vor allem Papageientaucher. Es wird jedoch geschätzt, dass auf einen geborgenen Vogel zehn weitere kommen, die gestorben sind, ohne gefunden zu werden.
Laut LPO weisen die gestrandeten toten Tiere in der Regel Unterernährung auf, wahrscheinlich geschwächt durch die Überfischung der Meeresressourcen. Derzeit werden jedoch weitere Analysen und Autopsien durchgeführt.
Wer lebende oder gestrandete Papageientaucher entdecket, sollte die Seevögel in einem Karton mit einem Handtuch warm halten.
Rufen Sie eine Pflegestation an.
Sea Shepherd-Pflegezentrum: 07 65 17 22 88
Wildtierrettung Bretagne: 02 57 63 13 13
Diese Webseite Vivant dient als Tor zur Natur im Ökosystems des Wattenmeeres. Eine Informationsquelle, die über die Jahre wachsen wird und für alle zugänglich bleibt. Es geht bei den vielfältigen Arten nicht nur um Vögel, sondern auch um deren natürliche Lebensräume, die die Natur bietet. Dazu zählen die Küstengebiete, die Sümpfe, die großen Wattgebiete und die riesigen Heideflächen hinter den Dünen, deren natürliche Prozesse im größten Teil ungestört sind und die als eines der wichtigsten Gebiete für Zugvögel gilt. Die Küstengebiete der Bretagne liefern ein vielseitiges Landschaftsbild.
Dort wo keine Felsen, sondern Sedimente auf den Ozean treffen, dehnen sich weite Strände aus, oder Schwemmlandbereiche verzahnen sich mit dem Meer so intensiv, dass eine Landschaft von einziartiger Weite entsteht, siehe das Renaturierungsprojekt um den Mont Saint Michel, davon profitiren die Seehunde in Saint Brieu und die Delphine am Mont Saint Michel, d.h. es gibt mehr Nährstoffe im Wasser durch die Flüsse und das Wattenmeer ist ein dynamisches Ökosystem, dass durch die Gezeiten gepägt wird.
Der Troïl-Alk/Uria aalge wird oft mit dem kleinen Pinguin oder Torda-Pinguin verwechselt, der ebenso wie der Papageientaucher zur Familie der Alcidae gehört. Die Bretonen nennen ihn Guillemot de Troïl und man sieht ihn sehr selten. Ich habe die Gruppe auf dem Ozean nach einem starken nördlichen Wind und einer aufgewühlten See beobachtet. Er ist sehr zutraulich und wir können uns auf weniger als einen Meter langsam nähern. Im Jahr 2023 ruhte sich eine Trottellumme nach einem Nordsturm in Porz Gwenn in der Nähe von Crozon aus und im Februar 2025 wurden fünf Trottellummen im Ärmelkanal gesichtet.
Troïl-Alk auf einem Felsen
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Die Rotgans Limosa lapponica ist ein wandernder Watvogel, den können wir überall finden. An der Rosa Granit Küste/Bretagne war eine Gruppe von etwa dreißig Vögeln die im Winter 2023-2024 überwinterten.
Eine im September 2023 in Norwegen beringte Rotgans verbrachte mehr als sechs Monate in Tregastel Nähe Grève Blanche”.
2022 legte eine Rotgans einen Flug von über 13.560 km zurück, indem sie 11 Tage und 11 Nächte ohne Zwischenlandung und ohne Nahrungsaufnahme flog. Diese Strecke wurde zwischen Alaska und Tasmanien zurückgelegt.
Der Vogel, ein Jungvogel flog im Oktober 2022 ganze 11 Tage und 11 Nächte, ohne zu trinken oder zu fressen.
Das war ein neuer Rekord für einen Nonstop-Flug ohne Landung für eine per GPS verfolgte Rotgans.
Alle Rostgänse unternehmen lange Wanderungen, aber die aus Alaska fliegen außergewöhnliche Strecken”, erklärt Maxime Zucca, Ornithologe und Autor des Buches La migration des oiseaux : comprendre les voyageurs du ciel.
Warum? Weil es zwischen Alaska, wo sie nisten, und Neuseeland, wo sie überwintern, „keinen Ort gibt, um Fettreserven aufzubauen, auch wenn es einige Atolle gibt“. Ein solcher Direktflug begrenzt auch das Krankheitsrisiko und spart Zeit.
Eine solche Reise muss sorgfältig vorbereitet werden. Mitte August machen diese Watvögel, die sich von Würmern am Wasserrand ernähren, einen ersten, kürzeren Zwischenstopp im Yukon-Delta, „wo es sehr gute Wattgebiete gibt”, erklärt der Ornithologe. Dort bleiben sie einen Monat lang, um 50 % an Gewicht zuzunehmen und von 200 auf 300 Gramm zu kommen.
Kurz vor dem Abflug fastet die Rotgans einige Tage lang. „Sie hören auf zu fressen, damit die für die Nahrungsaufnahme zuständigen Organe, die für den Flug nicht benötigt werden, verkümmern. Die Herausforderung besteht darin, das richtige Gleichgewicht zwischen Fettreserven und einem Gewicht zu finden, das den Flug nicht zu sehr behindert“, analysiert Maxime Zucca.
Im Bewusstsein der vielfältigen Herausforderungen, die sich aus der Krise des Klimawandels, des Verlustes der biologischen Vielfalt und der Umweltverschmutzung ergeben, müssen wir versuchen, diese Herausforderungen gemeinsam angehen und Ökosysteme wiederherstellen, wo dies notwendig und möglich sind z.B. die Förderung und Unterstützung der Nahrungsverfügbarkeit, insbesondere für Vögel, aber auch für Fische, Robben und Schweinswale.
Gerade im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels, d.h. weitere Untersuchungen fördern und geeignete naturbasierte Lösungen für die Anpassung an den Klimawandel und den Küstenschutz und die Wasserwirtschaft mit Naturschutzzielen durch die Förderung neuer Ansätze und die Analyse der Auswirkungen künftiger Schwankungen des Süßwasserzuflusses durch die Flussmündungen.
Nicht zu vergessen auch die verschiedenen Arten der Seevögel, oder seltene und bedrohte Pflanzen.
Die Bretagne ist reich und stolz auf ihr Naturerbe…aber es reicht nicht aus, die Natur einfach sich selbst zu überlassen. Im Gegenteil, die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume erfordert unser Handeln.
Wer eine natürliche Liebe für Vögel mitbringt und sich zudem gerne und viel in der freien Natur aufhält, wie ich und zwar bei jedem Wetter, wird in der Zukunft erleben, wie das Thema Bretagne Vivante sich entwickelt.