Les trésors de la Bretagne

 

Sanfter jodhaltiger Wind in grandioser Natur. 

Einsame, feinsandige weiße Strände vereinen sich mit Steilküsten

und türkisblauem Meer.

 

Pays des Abers

Von Brest her kommend beginnt die Gegend Pays des Abers mit einer atemberaubend schönen Landspitze

 

Pointe de St. Mathieu

Das erste Wunder geschah, als das Schiff mit dem Evangelisten zu nah an die felsige Küste segelte, der Fels teilte sich und Matthäus konnte gerettet werden.

Als der Klostergründer zu Grabe getragen wurde, wehte zwar ein stürmischer Nordwestwind, doch keine einzige Fackel erlosch. Das war ein gutes Omen für den heutigen Leuchturm.

    

Ruine der Abtei zerstört während der Französischen Revolution.

Die Abtei ist von zwei Leuchttürmen eingerahmt, nordwestlich der Ruine steht der weiße Leuchtturm, dieser sendet ein dreifarbiges Richtfeuer aus und dient zur Fahrrinnenbestimmung, der Lichtstrahl dreht sich nicht.   

 

Blick aus der Ruine der Abteikirche in Saint-Mathieu

Die Benediktinermönche entzündeten im 16. Jahrhundert auf dem Kirchturm nachts ein Feuer für die Seefahrer

 

Phare de Saint-Mathieu

1865 wurde der heutige 37 Meter hohe Leuchtturm gebaut.

 

Pointe de Saint-Mathieu

Unbedingt einen Blick in die Kirche werfen, aber nicht vergessen,

in der Bretagne stirbt man nicht, hier schwimmt man hinaus auf das offene Meer.

 

Statue Notre Dame de Grâce

Nur mit dem Tageslicht habe ich in der Kapelle dieses Foto ohne Stativ an einem absolut wolkenlosen Tag im Mai

um 10:50 Uhr gemacht - Blende 4.5, Belichtungszeit 1/125, ISO 1600, 55mm  

Links erkennen wir die Statue von St. Tanguy und rechts die von St. Haude.

 

Phare de Saint-Mathieu

Reichweite 56 Kilometer, Seefeuer mit einem rotierenden Lichtstrahl - alle 15 Sekunden ein Blitz - der Schiffen auf See einen Fixpunkt markiert und eine eindeutige Positionsbestimmung ermöglicht. 

 

Pointe de Kermorvan

Die Halbinsel Kermovan schützt den Hafen von Le Conquet und ist für Hummer und Langusten bekannt. Le Conquet ist ein idealer Ausgangspunkt zum Übersetzen nach Molène und Quessant.  

 

Phare de Kermorvan

Der westlichste Leuchtturm auf dem französischen Festland gilt als einer der Schönsten der Bretagne.  

Mit einer Reichweite von 40 Kilometern, Seefeuer mit einem rotierenden Lichtstrahl, alle 5 Sekunden ein weißer Blitz, 

wurde 1849 auf der Halbinsel Kermorvan erbaut, ist Eigentum des Küstenschutzamtes, nicht zu besichtigen und seit 1994 unbemannt.

Im Hintergrund erkennen wir die Insel Quessant mit dem Phare du Stiff. Le Stiff wurde 1699 von Vauban errichtet, rechts daneben wacht seit 1978 ein Radarturm über die Rail d' Quessant.  

 

Menhir de Kerloas - bei Plouarzel

Dieser Granitriese wurde von Aber Ildult aus über mehrere Kilometer weit hierher transportiert und mit 9,50 Metern vom Boden an, der höchste noch stehende Menhir der Bretagne. Vor einigen Jahrzehnten versuchten Schatzsucher die Keile zu entfernen, dabei kamen Tonscherben zutage, Keramik der älteren Bronzezeit um 1700 v. Chr. Die Bretonen vermuten, daß das Monument neben seiner Rolle im Sternenkult auch als Wegmarkierung für Händler diente.

 

Ortseingang Portsall

Portsall ist ein sehr natürlicher Ort, geprägt durch die Dünenlanschaften und kleinen weißen Sandbuchten.

Charmantes Hafenbecken bei Niedrigwasser von Portsall 2018

Windgeschützte Hafenzeile mit irischem Bier direkt an der Hafenmole. Bei Ebbe fallen die Boote trocken aber bei Hochwasser lädt schräg gegenüber eine kleine Sandbucht zum Baden ein.

Der kleine Naturhafen Port de Portsall

Blick von der Rue du Port auf Pointe de Guilliguy. 1991 wurde mit den Ausgrabungen am Dolmen Coudé begonnen, die leider bis heute nicht beendet wurden. Dieser geknickte Grabgang mit rechtwinkeligem Grundriss kommt in der Bretagne recht selten vor. Das 4 m hohe Kreuz befindet sich ca. 10 m hinter der Grabkammer.

 

Das braune Gold für die bretonische Industrie

- Vive les algues -

Zwischen Plounéour-Trez und Le Conquet befinden sich einige der größten Algenfelder Europas

und mit 100.000 Tonnen ist Frankreich der größte Algenproduzent.

Weltweit werden bis zu 10 Millionen Tonnen Algen aus den Ozeanen gefischt.

90 Prozent des Seetangs, der in der französischen Nahrungs- und Arzneimittelindustrie verwendet wird, kommt aus der Abers Region.

Geschätzt wird, dass heute bereits in über 70% aller Lebensmittel Algen stecken. Die Grünalge Ulva Lactuca gilt in Frankreich als Delikatesse,

sie enthält Magnesium, Calcium und die Vitamine A, B12 und C. In Europa avancieren Algen zum neuen Super-Rohstoff, denn immer mehr Wissenschaftler entdecken das Potential der Algen, reich an Jod und Omega-3-Fettsäuren.

 

Plage de Kerdeniel 

Dieser einsame Strand liegt direkt links neben dem Amoco Cadiz Museum.

 

Amoco Cadiz Museum  

Vor dem Museum liegt der Anker des "Riesen Tankers" als Mahnmal

und im Museum wird die Amoco Cadiz ausgestellt. 

 

Amoco Cadiz Havarie

16. März 1978

8:00 Uhr die Amoco Cadiz - größer als die Titanic - befand sich seit dem 7. Februar aus Khark/Iran vom Persischen Golf kommend 30 Seemeilen vor dem Eingang zum Ärmelkanal. Geplant war ein Zwischenstop in Lyme/UK mit dem Ziel Rotterdam/NL.

8:30 Uhr höhe Pointe du Raz traten erste Probleme auf, als sich Fässer mit Hydrauliköl auf dem Schiff lösten, denn die Wellen wurden höher und der frische Nordwestwind nahm stetig zu.

Um die Fässer während des Seegangs wieder zu befestigen, maneuvrierte der Käpitän den Tanker für kurze Zeit in Richtung Küste und rollte mit den Wellen. 

9.45 Uhr die Hydraulik der Ruderanlage verlierte soviel Öl, dass diese repariert werden mußte. Mit gestoppten Maschinen trieb der 336 m lange, 51 m breite Tanker mit einem Tiefgang von 20 m und 223 000 Tonnen leichten arabischen Rohöls an Board, in der schweren Atlantikdünung mit einer Geschwindigkeit von 2 Seemeilen in der Stunde schräg auf die nur 12 Seemeilen entfernten Felsen des Fischerorts Portsall zu. 

11:20 Uhr nach erfolglosen Reparaturversuchen an der Hydraulik der Ruderanlage, forderte die Besatzung der Amoco Cadiz Schlepperhilfe an. 

12:20 Uhr bei 10 m hohen Wellen und einem Nordwestwind mit 90 km/h traf der 72 m lange deutsche Bergungsschlepper Pacific ein. Die Amoco Cadiz hatte bisher noch kein Ankermanöver gestartet. Später während des Verfahrens sagte einer der Offiziere: „... weil wir die Anker hätten verlieren können.“ Dabei belief sich der Stückpreis des 20,5 Tonnen schweren Ankers bei 25.000 Euro und hätte bei den erschwerten Wetterbedingungen positiven Impact gehabt, weil für $20 Millionen Öl an Board war. 

20,5 Tonnen Anker 'Amoco Cadiz' 

14:05 Uhr begann das Abschleppen des Tankers. Den von der Pacific zusätzlich angeforderten Schlepper Simson sollte gegen Mitternacht eintreffen, da die Wellen immer höher heranrollten und der Wind stetig zunahm - in Böen über 110km/h- war das Schleppen bei diesen Bedingungen mit einem einzigen Schlepper kaum möglich.

16:15 Uhr riss die Abschlepptrosse und die Amoco Cadiz trieb auf die nur noch 6 Seemeilen entfernte Küste zu und sofort wurden Maßnahmen eingeleitet, um eine neue Schleppverbindung herzustellen. Die Pacific versuchte nun, am Heck der Amoco Cadiz festzumachen und durch ein Schleppmanöver von Achtern die Position des Tankers bis zum Eintreffen der Simson gegen Mitternacht stabil zu halten. Der Tanker befand sich jetzt in einer extrem gefährlichen Situation. Der Kapitän gab routinemäßig über Funk an die anderen Schiffe im Ärmelkanal nur eine „TTT“-Warnung raus: Abstand halten – eine Navigationswarnung, mit der auf herrenlose Tonnen aufmerksam gemacht wurde und das bei bis zu 15 Meter hohen Wellen.

Ein „XXX“- Signal (Schiff in Gefahr) oder gar „SOS“- Rufe hielt der Käpitän bis zum Ende nicht für nötig.

Bis 20:00Uhr erfolglose Schleppverbindungen

20:30 Uhr der Kapitän traf die Entscheidung den Backbordanker zu werfen, bevor die „Amoco Cadiz“ von den bretonischen Felsen aufgeschlitzt wird. Augenblicke spätere schlug das Heck erstmals auf einen Felsen, Wasser drang ins Schiff und die komplette Stromversorgung an Board fiel aus, dadurch konnte der Anker wie geplant nicht mehr gesetzt werden. Die Wellen drückten das Schiff kurz darauf aber wieder frei.

 

Amoco Cadiz im März 1978

Foto-Quelle: De National Oceanic and Atmospheric Administration 

21:04 Uhr die Amoco Cadiz strandete auf dem Felsen Men Gaulven bei Portsall, ungefähr 100 m östlich-nordöstlich des Corn Carhai Leuchtturms.  

24:00 Uhr zerbrach die Amoco Cadiz am Heck in zwei Teile, nun strömte das Rohöl ins Meer und da Öl eine geringere Dichte als Wasser hat, breitete sich das Öl an der Wasseroberfläche aus. Bei dem extrem starken Seegang entstanden Wasser in Öl Emulsionen, d.h. der Wassergehalt dieser Emulsion betrug um die 75% und war gut an der braunen Schokoladenfarbe erkennbar.

Eine Woche später brach der Tanker auch am Bug und somit in drei Teile.

 Felsen an der Rosa Granit Küste

Nach der Havarie drehte der Wind für 10 Tage auf West bei konstanten Windgeschwindigkeiten von 25 km/h. Diese Wind-richtung trieb den Ölteppich nach Osten in Richtung Paimpol.

 

Hafeneinfahrt Portsall

40 Jahre nach der Havarie erscheint das Meer in traumhaften Farbtönen

und zeigt sich von seiner schönsten Seite. 

Kleine Inseln

um die das Wasser in Karibikfarben schimmert. 

 

 Dünenlandschaft mit weißen Sandstränden

60 Helikopter, 18 Flugzeuge, über 500 LKW waren im Einsatz. 4.500 Militärs auf 60 Schiffen, 3.000 Soldaten, Polizisten und sehr viele Jugendliche aus allen Teilen Europas reisten in die Bretagne um Felsen und Strände vom klebrigem Öl unentgeltlich zu befreien. 45.000 Betten, 1.500 Hotelzimmer, 3500 Campingplätze hatten die Helfer belegt und aus Deutschland waren 280 Feuerwehrleute mit 76 Fahrzeugen und 42 Helfer des THW angereist, um das Öl in der Bretagne zu entfernen.

 

Dieser Strand - Foto Juni 2018 - gilt als einer der schönsten Europas 

Die Amoco Cadiz Katastrophe zeigt, dass das Öl das sich auf der Meeresoberfläche befand, langfristig von Bakterien

bio-chemisch abgebaut wurde, denn im Atlantik gab und gibt es immer noch Algen, Bakterien und Pilze, die dazu in der Lage sind. Französische Forscher analysierten, dass dieser Selbstreinigungsprozess 13 Jahre dauerte, nach 20 Jahren hatten sich dann auch Fauna und Flora vollständig von der Katasstrophe erholt.  

Wir haben bei unseren Strandaufenthalten hier niemals Öl an unseren Schuhen oder Füßen gefunden. 

 

Qualitäts Strand-Check

Venne und Floyd haben den Sand bis in 50 cm Tiefe geprüft und absolut

keine Ölklumpen oder Rückstände gefunden. 

Plage de Carn

Bei auflaufender Flut

île Carn

Dieses kleine Eiland ist nur bei Ebbe zugänglich. Es umfaßt drei relativ gut erhaltene Ganggräber, trotz der deutschen Bunker, die dort im 2.ten Weltkrieg eingerichtet wurden. Es fanden sich schöne Tonkrüge, Feuersteinklingen und Holzkohlen, anhand derer man die Datierung des Bauwerks um 4000 bis 5000 v.Chr. bestätigen konnte. Noch gegen 2500 v. Chr.war es in Gebrauch. 

Dieser Original-Text wurde aus dem Französischen von Arnold Jacobshagen übersetzt. Deutsche Ausgabe: 9782877470650 Copyright 2009  www.editions-gisserot.com

Quelle: Jacques Briard a été Directeur de recherche au CNRS, Directeur du Laboratoire d’Anthropologie de l’Université de Rennes 1. Il s’est intéressé en particulier aux mythes et symboles de l’Europe préceltique et aux religions mégalithiques et protohistoriques. Il a participé à de nombreux groupes de travail sur l’Âge du Bronze européen et la Paléométallurgie.9782755807677 - 128 Seiten Januar 2018           

Toller Küstenwanderweg

Von Saint-Pabu entlang am westlichen Aber-Ufer kommend, führt der Wanderweg

umgeben von feinsten weißen Sandstränden, durch eine tolle Dünenlandschaft.

  

L'Aber Benoît 

Mit dem Segelboot erreicht man zwischen kleinen Wäldern und hügeligen Feldern nach 8 km Tréglonou.

Blick vom westlichen Aber-Ufer in Richtung Halbinsel Marguerite.   

 

L'Aber Benoît 

Dunes Sainte-Marguerite.

 

L'Aber Benoît 

Dieser ökologisch intakte Aber Benoît wird wegen des Meerwasseraustausches aufgrund der starken Gezeitenströmungen für die Austernzucht genutzt. Da wo sich das Meerwasser und das Süßwasser aus den Auen und Bächen mischt, nutzt die Auster den extrem hohen Planktongehalt aus, um einen jodhaltigen und salzigen Geschmack zu entwickeln.

Schmackhafte Miesmuscheln werden hier ebenfalls gezüchtet.

 

St-Pabu

Ein Fischerdorf mit einem Naturhafen und kleiner Hafenmole. 

Austernzüchter, Fischer, Tangbauern und Segler bevölkern die Szenerie.

Tréglonou

Wer auf dieser Seite des Ufers den Fußweg bis zur Küste nutzen möchte,

sollte mit Hunden mehr als 3 Stunden einplanen.

Austerfarm im L'Aber-Wrac'h 

Aber ist das bretonische Wort für Meereszunge und stammt von der alten keltische Sprache ab.

30Km reichen die Aber ins Landesinnere und im Mündungsbereich sorgen Ebbe und Flut

für die besten Bedingungen bei der Austernzucht.

Jeder Züchter setzt seine Bänke so nah wie es geht in den Mündungsbereichs des Aber.  

Dabei lagern die Austern in Oberschenkelhöhe auf Tischen in Austerntaschen, damit der Geschmack schlammfrei bleibt. Diese Austerntaschen müssen täglich einmal gewendet werden und das funktioniert bei Ebbe sehr gut. 

 L'île Vierge

Der 33 m niedrige und kleine Bruder sicherte bis 1902 die Schifffahrt

und im Wohnhaus direkt daneben wohnen die beiden Leuchtturmwärter.

Nach 14 Tagen ist Schichtwechsel und dann kommt die Ablösung.

Der ganz aus Granit gebaute 82.50 m hohe Leuchtturm auf der île Vierge dient

seit 1902 als Orientierung für die Seefahrer in die Einfahrt in das Aber-Wrac'h. 

 

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