Richard  Löwenherz 

Legende &Mythos

 
 
Schon zu seinen Lebzeiten erzählten sich die Menschen Geschichten und 
Heldentaten von Richard Löwenherz.
Richard Löwenherz wurde zur Legende
und aus der Legende ein Mythos.
Seine Faszination hält bis heute an und inspiriert viele Menschen.
Aber war er nur das und nichts weiter ?
Richard Löwenherz war der erste König seit der normannischen Eroberung, der ein Volksheld wurde, ein Status, den er bereits Mitte des dreizehnten Jahrhunderts errungen hatte. Keiner seiner Vorgänger, weder Wilhelm der Eroberer, noch Heinrich II., besaßen Richards Charisma, dass die Basis für die Legende und den Mythos waren, die sich um seine Person drehten.
 
 
 
Der Historiker und ehemalige Professor an der London School of Economics and Political Science John Gillingham schreibt in seinem Buch über Richard Löwenherz:...“Ob es mir gelingt, andere von meiner Sicht zu überzeugen, weiß ich nicht, für mich aber hat sich die genauere Beschäftigung mit Bereichen des Lebens Richards I. - vor allem den Jahren, als er Herzog von Aquitanien war - gelohnt. Dieses Gebiet ist bisher von der Forschung kaum erfasst worden, und die Quellen deuten meiner Meinung nach daraufhin, dass Richard ein weit kompetenterer Politiker und Diplomat war,
als die englische Geschichtsschreibung nahelegt...“ 
 

 

Richard Löwenherz war nicht nur ein kampflustiger König, sein strategisches und taktisches Denken zeigte, dass er komplexe Zusammenhänge erkannte und dass Richard eine beeindruckende Weitsicht bewies, erkennen wir am Château Gaillard. 

 
 
 
Teil 2/2 Fortsetzung der Geschichte 
 
 
Es ist ein Teil der Geschichte Frankreichs und Englands, die uns das Château Gaillard erzählt und ein wahres Symbol für Erzählungen, die mit der großen Geschichte verschmelzen. 
Vor etwas über 800 Jahren, 
zu dieser Zeit ist der Herzog der Normandie auch König von England.
Es handelt sich um Richard I. - besser bekannt als Richard Coeur de Lyon / Richard Löwenherz.
 Der Wettstreit zwischen Richard Löwenherz (1157-1199) und dem französischen

König Philipp August II. (1165-1223) veranlasste Richard zum Bau einer Verteidigungsanlage.

 

 

 

Er versammelte mehr als 6000 Facharbeiter - das zeigt wie Mächtig er war- und begann 1197 mit dem Bau. Zur gleichen Zeit bauten die Franzosen ein paar Kilometer weiter das Schloss Gaillon. Richard Coeur de Lyon investierte eine enorme Summe,
um sein Ziel schnell zu erreichen.
Als der letzte Stein gelegt war, rief er aus:
"Wie schön sie ist, meine einjährige Tochter! Was für eine beeindruckende Burg".
 

 

Innovativ war im Mittelalter die Konstruktion, denn das Château verfügte über die ersten Pechnasen und Kettenbarrieren in der Seine, um Zölle zu generieren.

Dadurch wurden die Baukosten reduziert. 5000 t Gestein wurden Tag und Nacht verarbeitet, normalerweise hätte man für so ein gigantisches Projekt 20 oder 30 Jahren benötigt.

 Das Château Gaillard - die „Burg der Mannhaftigkeit“ - wirkte wie ein triumphaler Machtanspruch und galt als die fortschrittlichste Festungsanlage des Mittelalters.

 

 

 

 Das Château steht in einem Bereich, in dem sich die Seine verengt

und eine natürliche Kurve auf Höhe des Bootsanlegers Le Petit Andely macht, 

gegenüber einer Halbinsel. 

Das Ziel Richards war, nur einen Zugangsbereich zum Château zu gewähren, und zwar von dem Plateau auf der gegenüberliegenden Seite der Seine. Es ist eine relativ schmale Landzunge, die zur Festung hinaufführt und somit einfacher zu verteidigen.

 

 

 

Zu Zeiten Richard Löwenherz gehört die Normandie nicht zu Frankreich, sondern ist ein eigenständiges Herzogtum. Das Château Gaillard wird von 1196 bis 1198 in nur zwei Jahren gebaut! Nach dem Tod von Richard Löwenherz nimmt der französische König Château Gaillard im Jahr 1204 ein. Die Normandie wird ein Teil Frankreichs. Heute steht die Burg auf den Anhöhen der Seine und bietet einen weiten Blick auf
Le Grand Andely im Landesinneren.
Vor dem Plateau dient eine vorgeschobene Struktur mit dreieckiger Form als erste Verteidigung. Es gab einen Turm mit einem Durchmesser von 8 m und einer Höhe von 18 m (Symbolwirkung) von denen aus Bogenschützen schießen konnten, und einen umlaufenden Graben, der 12 m tief war. Wenn der Feind vor den Toren der Burg stand, mußte er er diese Hindernisse überwinden. Selbst wenn er diese erste Verteidigungsmauer überwand, war er im unteren Burghof ungeschützt, der ebenfalls durch eine zweite Mauer aus Türmen und einen weiteren Graben geschützt wurde.
 
Diese zweite Mauer war sehr speziell, denn statt glatter Mauern wie bei den mittelalterlichen Burgen dieser Zeit wollte Richard Coeur-de-Lyon eine festlich verzierte Außenmauer errichten. Es handelt sich also um eine Stadtmauer, die aus 19 Kreisbögen besteht. Der Zweck dieser Architektur ist es, dass große Geschosse an der Struktur abrollen können, anstatt mit voller Wucht auf sie zu treffen.
 
Es gibt auch Bereiche, die diese Rundungen ausnutzen, um mit möglichst wenigen toten Winkeln auf die Angreifer zu schießen. Diese Art von Architektur war im Frankreich des 12. Jahrhunderts völlig neu.
Der englische König herrschte über die Normandie, aber auf der anderen Seite verstärkte der französische König Philippe-Auguste seine Truppen, um dieses kleine Stück Frankreich, das zu diesem Zeitpunkt der Geschichte nicht mehr wirklich Frankreich war, zurückzuerobern. Richard I. beschloss, eine Festung zu bauen, die wie ein Riegel wirken sollte, damit der französische König nicht mehr in die Normandie zurückkehren konnte.
 
 
 
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Drohnenaufnahmen by Jan Hendrik Reimann und Fotos by Bernd Reimann. Verbreitung und Vervielfältigung nur mit Genehmigung möglich. Distribution et duplication uniquement avec autorisation.