Un monument du patrimoine culturel - la chose la plus impressionnante que j'ai jamais vue 

Der Zugang zu L'Abbaye de Hambye erfolgt durch das Haupttor,

dass aus zwei Toren besteht, eines für Fußgänger

und das andere Tor ursprünglich für Kutschen.

 

La solidité et la puissance de la pierre                            © Photo by Jean-Jacques Gaillard

 

Mit dieser Webseite möchte ich die Arbeiten von Bernard Beck und seiner Frau Elisabeth würdigen.
Zum 100ten Geburtstag von Elisabeth Beck erschien das Buch "Abbaye de Hambye, d’ombres et de luxiere" von Claudine Mussawir. So lesen wir in dem Buch, dass Elisabeth Beck ihr Leben ein halbes Jahrhundert lang der Abtei von Hambye widmete, die das Ehepaar Beck 1956 gekauft hatte. 

Nach dem Tod ihres Mannes setzte Elisabeth Beck das begonnene Projekt allein fort.

Sie erzählt in diesem Buch von dem Kloster und dem Geist der Mönche, die dort lebten, aber auch von den verschiedenen Phasen der Restaurierung. Wie die Baumönche des 12. Jahrhunderts musste Elisabeth Beck anstrengende und schwere Arbeiten verrichten, um der Abtei ihr Gesicht zurückzugeben. Durch diese harte Arbeit schloss sie sich - ohne ihr Wissen - der Spiritualität der Mönche an: "Diese Liebe zur Abtei kam ganz langsam, ohne dass ich es merkte. Indem ich inmitten dieser Überreste lebte, habe ich meinen Glauben wiedergefunden. Dieser Atmosphäre kann man sich nicht entziehen“. 
 

Elisabeth Beck verstarb am 18. August 2010 mit 89 Jahren.  

 

Es gibt über die Geschichte und die architektonische Struktur der Abtei Hambye kaum Informationen, da die Archive des Departements Manche 1944 zerstört wurden und die Mönche durch die französische Revolution keine vernünftige Ordnung herstellen konnten.

 

Ich persönlich bin von der Schönheit dieser Architektur sehr berührt.                    © Photo by Jean-Jacques Gaillard

Die Abteikirche ist von Ruinen umgeben, die zahlreich genug sind, um 
einen malerischen Anblick zu bieten. Sie besteht aus einem Schiff ohne Seitenflügel und einem isolierten Chor mit Kapellen dahinter. Das Kirchenschiff ist lang und schmal. Seine Mauern sind ungewöhnlich hoch; das Dach ist verschwunden. Die Arkaden, die den Turm stützen, sind ebenfalls sehr hoch. Sie ruhen auf vier großen achteckigen Strebepfeilern. 
Der Chor ist von Säulen umgeben, die sehr schmale Arkaden tragen.
Die Arkaden, die in die Kapellen hinter dem Chor führen, sind kreisförmig. Am Ende jedes Querschiffs ist ein großes, spitz zulaufendes Fenster zu erkennen. Das Ostende existiert nicht mehr. 
 

 

L'Abbaye de Hambye wurde von Guillaume Paynel gegründet, dem das Schloss auf dem Hügel gehörte. Er unterzeichnete die Gründungsurkunde im Jahr 1145 in Anwesenheit von Algare, dem Bischof von Coutances, und anderen angesehenen Personen.

Der ehemalige Professor für Kunstgeschichte in Caen Dr. Bernard Beck präsentierte mehrmals im Jahr Details über die Gründung der Abtei, sowie über die Blütezeit und das Klosterleben bis zur französischen Revolution 1789 in Hambye.

 

Fenster oben rechts mit Kleeblatt-Deko                                

 

Der Stil dieses gigantischen Monuments scheint im Allgemeinen vor der Architektur des 15. Jahrhunderts entstanden zu sein, da einige Teile, wie z.B. die Arkaden, die in die Kapellen führen, und die Kreuzgänge, im runden Stil gebaut sind. Daraus ergibt sich eine Anomalie, die sehr verwirrend ist. Beim Wiederaufbau muss man, wie es manchmal geschieht, veraltete Architekturmerkmale übernommen haben, um die neuen Gebäude in Harmonie mit Teilen des zerstörten Klosters zu ergänzen.

                        

 
Im niederländischen Jaarboek von 1997 findet man folgendes: „Van Het Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen. Wenn man weiter sucht findet man unter dem Titel: A Netherlandish Carved Altarpiece in San Francisco's Grace Cathedral - einen flämischen Altaraufsatz aus geschnitztem Holz in der Gnadenkathedrale von San Francisco/USA“.
Südflandern - Brüssel und Antwerpen waren im 15. und 16. Jahrhundert eine wichtige Region für die Herstellung von holzgeschnitzten Altaraufsätzen, die größtenteils für den Export bestimmt waren und von denen heute noch etwa 300 erhalten sind, die meisten davon in Europa. In den USA gibt es durch Sammlerkäufe und Schenkungen an Museen fünf solcher Altarbilder, darunter das in San Francisco. Das Altarbild aus Hambye in der Grace Cathedral in San Francisco wurde im frühen 16. Jahrhundert angefertigt und besteht aus drei Holztafeln/Triptychon: in der Mitte die Kreuzigung, links die Dornenkrönung, rechts der Judaskuss und die Verhaftung - beeindruckende Holzschnitzarbeiten die über 300 Jahre in L'Abbaye d'Hambye für jeden immer ersichtlich waren. 
Quelle: L'abbaye Notre dame de Hambye von Prof. Dr. Bernard Beck 
 
 
Aber wie kam das Altarbild in die Normandie und in die USA?
Dass ein flämisches Altarbild in der Abtei von Hambye gefunden wurde, ist nicht überraschend. Der Handel mit solchen Werken war im späten 15. und 16. Jahrhundert üblich. Sie wurden leicht per Schiff von Antwerpen aus transportiert und in Rouen, Caen oder einem Hafen an der normannischen Küste angelandet. 
 
 
Durch den kaiserlichen Erlass wurde die Abtei 1810 verkauft, dadurch wurden die Klostergebäude zu landwirtschaftlichen Gebäuden umgebaut und die Eglise Notre Dame als Steinbruch genutzt und nach und nach abgebaut. 
 
 

Die Abtei genoss den Schutz des normannischen Adels, darunter Heinrich II, König von England und Herzog der Normandie, sowie der Päpste Alexander III, Gregor X und Clemens V, und erlebte eine Blütezeit bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. 1905 wurde L’Abbaye Notre-Dame de Hambye unter Denkmalschutz gestellt.

 

 Die Mauern sind 30 Meter hoch. Glocken und Dach sind verschwunden. Die Arkaden, die den Glockenturm stützten, ruhen auf vier großen achteckigen Strebepfeilern. Die Fenster sind von bemerkenswerter Länge. Der Chor ist von Säulen umgeben, die sehr schmale Arkaden tragen. 

 

Der Weg des Altarbildes aus Hambye in die USA konnte ab dem Jahr 1890 zurückverfolgt werden. Zu diesem Zeitpunkt kaufte es ein französischer Sammler, der Marquis de la Fressange, von einem benachbarten Bauern der Abtei von Hambye. Dessen Großvater hatte das Werk während der Französischen Revolution beim Verkauf des Mobiliars der Abtei in Hambye am 23. Mai 1794 erworben. Und tatsächlich wird im Inventar des Mobiliars, das für den Verkauf der nationalen Güter der Abtei erstellt wurde, der "Altar der Abtei mit seinem Gegentisch" erwähnt. Der Käufer hieß Levillain aus Hambye und erwarb auch drei weitere Altare, zwei Anrichten, ein Lesepult, Statuen, ein Gemälde und verschiedene Möbelstücke.
 
Der Altar und sein Gegentisch wurden für 60 Pfund und der Schrank für 42 Pfund erworben. Der Marquis de la Fressange verkaufte das Altarbild über den Konservator Molinié an das Musée du Louvre in Paris. Dieser verkaufte es an den Pariser Kunsthändler Raoul Heilbronner, und das Werk ging dann an seinen Schwiegersohn, den Kunsthändler Maurice Stora, über. Dieser verkaufte das Altarbild 1931 an William H. Crocker aus San Francisco, der es der Kathedrale von Grâce schenkte
 
Quelle: Archiv der Kathedrale in San Francisco, USA.

                              

 

Seit Sommer 2019 können die Besucher eine 3D-Wiedergabe der Abtei im 15. Jahrhundert sehen, die die aktuelle Ansicht überlagert. Vorsicht beim Betrachten, da ich beim Weitergehen unbemerkt gegen die Pfeiler gelaufen bin.

 

 

Ein mögliches Aussehen der Abtei im Mittelalter ergibt sich jetzt erst durch neueste Untersuchungen, die von Forschern anhand von Kostenvoranschlägen für Umbau- und Renovierungsarbeiten aus den Jahren 1542 bis 1794, erstellt wurden. 

 

In dem Buch "D'ombres et de lumières" (Schatten und Lichter) wird erzählt, dass Bernard Beck in die Fußstapfen seiner Mutter trat, um die vor mehr als einem halben Jahrhundert begonnenen Restaurierungsarbeiten fortzusetzen.                             

 

 

 

Fragmente des Kirchenschiffs

 

Es handelte sich um ein langwieriges Projekt, an dem zahlreiche Akteure beteiligt waren. Die Arbeit an der Wiederherstellung begann 2018 mit einer archäologischen und historischen Studie, bei der alle verfügbaren Informationen zusammengestellt und genaue Pläne vorgeschlagen und diskutiert wurden. 

 

 

Dieses erste Pilotprojekt des Departements kostete 150.000 €. Das Projekt wird vom Département und Manche Numérique getragen und finanziert und durch die Unterstützung der Region Normandie stehen dem Publikum drei Tablets zur Verfügung, ohne dass zusätzliche Kosten für den bisherigen Besuch anfallen. Die Abtei kann ohne Mundschutz und ohne Impfnachweis besucht werden. Seit April 2022 ist die  Abtei wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Vor Corona wurden knapp 20.000 Besucher pro Jahr gezählt.
 

 

 

Dieser Clip wurde im Februar 2022 in der Abtei

Hambye gedreht. Das Album kam Anfang April 22

in die Läden. Im Video gut erkennbar die gewaltige

Höhe und die extrem großen Pfeiler. Dies ist eine

Gruppe aus dem Cotentin.

 

Die Säulen des Kapitelsaals wurden durch Gewölbestützen in Form von Palmen

veredelt, ein Juwel der normanischen Gotik. Hier versammelten sich jeden Morgen die Mönche,

um ein Kapitel des Heiligen Benedikt zu lesen. 

 

Ein Dank geht an die freundliche Unterstützung von Jean-Jacques Gaillard, Prof. Briard, dem Team von Prof. Beck und der Vereinigung der Freunde der Abtei von Hambye. Durch die Unterstützung von Jean-Jacques hätte ich keine Fotos, denn wie einige bemerkt haben, ist mir beim Weißabgleich ein Fehler unterlaufen, daher sieht der Kapitelsaal so gelblich aus - Entschuldigung.

 

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© Drohnenaufnahmen by Jan Hendrik Reimann und Fotos by Bernd Reimann. Verbreitung und Vervielfältigung nur mit Genehmigung möglich. Distribution et duplication uniquement avec autorisation.