Vom Mont Saint-Michel zum Cap Fréhel

Die Renatursierung des maritimen Charakters des

Mont-Saint Michel

- Weltkulturerbe der UNESCO -

ein Projekt von pharaonischen Ausmaßen.

 

Der heilige Berg - ein einzigartiges Denkmal mittelalterlicher Kloster- und Festungsarchitektur.

Die Legende berichtet, dass der Bau einer Kapelle auf dem Mont Saint-Michel dem hartnäckigen Einsatz des Erzengels Michael zu verdanken sei. 

Dieser Erzengel erscheint im Jahre 708 dem Bischof Aubert von Avranches im Traum und verlangt, dass ihm zu Ehren eine Kapelle auf dem Granitfelsen errichtet werden soll, der vor der Küste liegt. 

Da der Bischof diese Aufgabe nicht erledigte, brannte der Erzengel mit seinem Finger ein Loch in den Schädel des Bischofs –

dieser Schädel mit Loch wird heute noch in der Kirche St-Gervais in Avranches aufbewahrt. 

Die aussergewöhnliche Lage der Kapelle spricht sich schnell herum und seit über 1000 Jahren pilgern die Menschen zum Mont Saint-Michel, folglich beginnen die Benediktinermönche im 10. Jahrhundert mit dem Bau einer Abtei.

 

Zur Zeit Jeanne d'Arcs widerstand der Mont Saint-Michel dem Ansturm der Engländer, denn

die Benediktiner-Äbte waren damals Mönche und Kriegsherren zugleich.

 

Vor weit über einhundert Jahren wurde dann ein Damm vom Festland zur Insel fertig gestellt.

Sand- und Schlickablagerungen waren die die Folge, denn die angespülten Sandmassen konnten nicht mehr ins Meer zurück fliessen.

 

Der ursprünglich bretonische Mont Saint-Michel gehört heute zur Normandie, denn der Grenzfluss Couesnon änderte mehrmals in der Vergangenheit seinen Lauf. Der neue Gezeitendamm wurde etwas weiter östlich erstellt und dadurch liegt der Grenzfluss exakt in der Normandie. 

 

Besucherplattform am Gezeitendamm

Bei der Mündung des Flusses Couesnon wurde nach einer Bauzeit von 5 Jahren

2009 dieser Gezeitendamm in Betrieb genommen, der den Fluss staut

und zugleich das bei Flut ins Landesinnere strömende Meerwasser zurückhält.

So kann das Wasser bei Ebbe in die Bucht zurück fliessen und den Sand wieder ins Meer zurück spülen. 

 

Der Gezeitendamm gibt dem Fluss Couesnon ausreichend Energie,

um die Sedimente bis weit ins offene Meer hinauszuspülen. 

Über seine hydraulische Funktion hinaus fügt sich der Damm in den touristischen Weg zum Mont Saint-Michel

als Kunstwerk der Technik ein.

 

Die Ebbe alein ist zu schwach

Um die seit Jahrzehnten angehäuften Sedimente hinaus ins Meer zu schwemmen bekommt die Ebbe Hilfe durch den Couesnon.  

Zieht sich das Meer zurück, wird auch das angestaute Wasser mit hoher Energie in die Bucht geleitet

und nimmt dabei Schlamm und Sand mit. Damit das stetig geschieht, wurde der Lauf des Couesnon so manipuliert, dass er in zwei Armen um Mont Saint-Michel herumfließt und die Bucht freispült.

 

Möwe beim Fischen.

 

Die offensichliche Einfachheit beinhaltet eine extreme Komplexität

135 Jahre gab es einen Damm zwischen dem 157 Meter hohen Mont St-Michel und dem Festland. Jetzt betreten die Pilger und Touristen einen flachen, 1085 Meter langen Damm...

 

...der dann in den 760m langen „Steg“ übergeht,

wie der österreichische Architekt Dietmar Feichtinger dieses Projekt nennt.

 

Ein Steg gestützt alle zwölf Meter von Rundpfeilern

Die 134 Rundpfeiler sind in Betonpfeilern, die 30 Meter tief gegründet sind, eingespannt.

Die Stahlstützen selbst haben einen Durchmesser von 25 Zentimetern und eine Wandstärke von 40 bis 60 Millimetern,

sie sind auch am Brückendeck eingespannt, um ebenfalls Horizontallasten aufnehmen zu können. 

Das ist natürlich ein konstruktiver Aufwand, denn man muss an Bremseffekte der Fahrzeuge denken, 

somit ist die Einfachheit dieser Brücke ein hoher technischer Aufwand. 

"Es gibt keine Neopren-Auflager, die man austauschen muss,

dieses Bauwerk ist äußerst robust" betont der Architekt.

Längsausdehnungen werden durch die Elastizität des Stegs aufgenommen, indem die Pfeiler ein bisschen nachgeben können.

 

Die Herausforderung ist der Meeresboden

Bis 30 Meter Tiefe trägt das Watt extrem schlecht.

Die Brücke muss 38 Tonnen schwere Trucks aushalten, der Steg ist eine öffentliche Straße.

Priorität bei dem Projekt ist, dass das Wasser so schnell und ungehindert wie möglich durch die Brücke fließt.

Seit Juli 2014 ist diese Brücke mit einer eleganten Krümmung vom Festland zum Heiligen Berg für Pilger und Touristen in Betrieb.

Der Steg läuft zum Ende hin leicht abgesenkt aus und steht das Meerwasser hoch genug, wird die Stegsenke geflutet und

der Mont Saint-Michel ist wieder das, was er über Jahrhunderte war, 

eine echte Insel im Wattenmeer der Normandie.

Informationen zum Mont St.-Michel

Weitere Infos in deutsch zur Anreise

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Eine tolle Sicht über den Hafen und die Promenade erhalten wir mit der neuen WebCam in Saint Malo 

St. Malo WebCam

 

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